Zuckerbrot und Peitsche – Den Schuss nicht gehört?

Heute wieder ein kleiner Ausflug

Hier die Definition aus Wikipedia:

Die Redewendung „Zuckerbrot und Peitsche“ wird oft im Zusammenhang mit Bismarcks Politik des 19. Jahrhunderts genannt, welche eine Reaktion auf die stürmische Industrialisierung war. Bismarck führte im gesamten Deutschen Reich eine Sozialgesetzgebung ein, welche eine Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherung umfasste. Die politische Funktion der von Bismarck veranlassten Sozialgesetzgebung lag darin, die Arbeitermassen der Sozialdemokratie abspenstig zu machen.

Bismarcks Strategie, einerseits die sozialistische Bewegung (durch die „Peitsche“ der Sozialistengesetze) zu unterdrücken und gleichzeitig (durch das „Zuckerbrot“ der Sozialpolitik) in den monarchisch-autoritären Obrigkeitsstaat zu integrieren, erwies sich jedoch nur als bedingt erfolgreich.

Täglich bekomme ich Meinungen aus unterschiedlicher Richtung. Ich möchte auf keinen Fall dass der Erfolg, dass Bud Spencer nach Gmünd kommt überschattet wird von dem Geschmäckle der Aktion.
Zuckerbrot ist gewesen, das Freibad (irgendwann mal) nach Bud Spencer umzubenennen und damit die Bewegung um den Tunnel und die Frage nach moderner, offener Politik zu unterdrücken. “Bitte nicht so viel nachdenken, lasst uns Bitte einfach machen.” Das will die Stadt doch gern und nimmt dafür in Kauf sich statt sympatisch nur noch lächerlich zu machen. Wie bei Bismarck ist die Frage, ob sich das langfristig als erfolgreich erweisen wird. Ich bitte die Stadt etwas zu tun!
Im übrigen, der OB Arnold hat mir bei der Gemeinderat-Sitzung bereits gesagt, dass es schon einen Termin gibt wann Carlo Pedersoli in die Stadt “einreitet”. OB Arnold kann diesen Termin aber noch nicht öffentlich machen. Keine Ahnung warum. Wann also, will er das denn tun?
In einem Facebook-Beitrag habe ich einen Hinweis gelesen. Schauen wir uns doch mal das Thema genau an. Google-Trends ist von uns als Medienagentur ein oft eingesetztes Tool um einen Zeitpunkt abzulesen, wann ein Thema relevant ist. Benjamin F. hat darauf hingewiesen, dass man hier sehen kann, dass die Begriffe “Schwäbisch Gmünd” und “Bud Spencer” kurzzeitig für das ganze Internet relevant war und jetzt wieder abschwächt. (Google Trends)

bud-spencer-city_trends

Und jetzt sehen wir was passieren wird, da keinerlei neue Impulse von der Stadt gesetzt werden, um eine klare Zukunft aufzuzeigen. Das Thema wird unwichtiger, die Stadt wird unwichtiger. Die große Chance ist bereits vorbei und der OB Arnold ist sogar froh darüber. Die kleinere Chance mit dem Freibad ist ins Abseits gerückt und verstreicht auch so langsam.

Jeden Tag, den wir nichts mehr vom OB oder der Pressestelle oder sonstigem zum Thema “Bud Spencer in Schwäbisch Gmünd” hören, ist ein verlorener Tag und schürt meine Angst ob es alles nur PR war, oder ob die Stadt wirklich was gelernt hat und Nutzen ziehen wird. Außerdem bestätigt jeder weiter vergangene Tag, dass die Stadt ihre Ruhe will und das Thema ins Abseits schiebt. Peter S. hat uns die ganze Zeit begleitet und ernsthaft unterstützt, als Gmünder sagt mittlerweile aber nur noch frustriert…

…nur jetzt vergeigen sie (die Stadt) eine einmalige Chance. Montreux in der Schweiz ist voll mit Celebrities – die werden dort strategisch mit in’s Stadtprogramm eingebaut. Und der Herr OB ist in unserem Fall “Gott froh dass er den Tunnel nochmal umgebogen bekommen hat”. Sorry aber in Gmünd hat doch keiner den Schuss gehört. Deshalb wird aus einem Kaff halt nie eine Stadt. Es liegt an den selbstüberschätzten Unfähigen Karnickelzüchtern mit Ehrenämtchen. Ich hab zu lang in der Stadt gewohnt, um die missionarische Kraft für diese Kleinbürger aufzubringen. Sollen sie doch auf dem Stauffener Einhorn durch ihren Scheiss Tunnel reiten. Ende Over!

Wenn das zukünftig die Meinung vieler Beteiligten ist, dann frage ich mich, ob der Schachzug der Stadt doch so clever war und ob ein “Einhorn-Tunnel” wirklich mehr für die Region bringt. Die Umbaumaßnahmen und die schöne Landesgartenschau, die 850-Jahr-Feier sind alle toll, aber möglicherweise auch etwas überschätzt, wenn man an einen langfristigen Nutzen daraus denkt. Hat die Stadt ernsthaft Angst, dass ein Thema “Bud Spencer” die Europäische Kirchenmusik ausstechen würde? So kurzsichtig kann man doch nicht sein, oder doch? Ach, wenn die Stadt doch nur annähernd wie ein geleitetes Unternehmen agieren könnte…

bud-spencer-city_logo Schwäbisch Gmünd


3 Gedanken zu “Zuckerbrot und Peitsche – Den Schuss nicht gehört?

  1. Mir geht der Gedanke auch nicht mehr aus dem Kopf, das alles von der Stadt nur ein Pr Gag war und Sie uns überhaupt nicht ernst genommen haben. Wenn man nur dagegen was tun könnte !!! Bin einfach nur traurig und enttäuscht. :(

  2. Pingback: Sowas “lächerliches” wie ein Tunnelname – Strich drunter! Wie kam es zu dem Hype? | Bud-Spencer-City Schwäbisch Gmünd

  3. Tja, schade, an einem Bud Spencer Tunnel hätte ich mich gern fotografieren lassen, wäre dafür sogar mal nach Gmünd gefahren

    Chance vertan, würde ich sagen

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